IT Crowd Club Liechtenstein

Perspektivenwechsel – Der Hackathon von der weiblichen Seite

Classes, Fragments, mergen, debuggen, compilen. refreshen… Ich stehe in Mitten von mehr oder weniger interessiert zuhörenden Männern und gefühlten 100 Bildschirmen und versuche, wenigstens ein Wort von dem Erklärten zu verstehen. Gelungen ist es mir natürlich nicht, doch zum Glück bin ich hier nur der „Gast“. Eigentlich eher unverhofft und völlig ahnungslos, was dieser Hackathon ist, bin ich hier gelandet um über das Wochenende eine App zu entwickeln. Soweit so gut. Nur bin ich mir nach diesem Einstieg noch sicherer, dass ich hier komplett fehl am Platz bin. Und eine grosse Frage schwirrt mir im Kopf herum… wie bitteschön kann aus zeilenweise Hieroglyphen eine anschauliche App entstehen?

Als ich mir schon überfordert überlege, unauffällig wieder zu gehen, erhalte ich dann die rettende Information, dass ich mit all dem Technischen nichts zu tun habe. So kommt es, dass ich zusammen mit zwei weiteren kreativen Köpfen den Inhalt des Apps herausarbeiten und die Story dazu schreiben darf. Gesagt, getan. Nachdem festgelegt war, was die zu entwickelnde App alles beinhalten sollte, sprudeln die Ideen und die Umsetzungsmöglichkeiten nur so.

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Nachdem abgeklärt ist, ob unsere Vorschläge auch umsetzbar sind, werden die verschiedenen zu entwickelnden Funktionen der ganzen Gruppe vorgestellt. Als klar ist, wer was erarbeiten wird, legen auch schon alle los und hauen in die Tasten. Die Quellcode-Teile tauschen die Teilnehmer über Github aus. Es wird von Forken, Pull-Requests und Commiten gesprochen. Von allen Seiten höre ich Worte und Begriffe, die ich in meinem ganzen Leben noch nicht gehört habe. Ich konzentriere mich lieber auf den Inhalt des Apps und verfasse in der Zwischenzeit den Text dazu. Ganz ohne Fachausdrücke, worüber ich ehrlich gesagt recht froh bin. So läuft es den ganzen Tag weiter. Den Bildschirm verlässt man nur für eine kleine Stärkung. Am Abend gönnen sich die Teilnehmer endlich eine Bildschirmpause und es wird gegrillt. Dann geht es jedoch schon wieder weiter, das App wird sogar schon provisorisch zusammengefügt und getestet. Als ich kaum noch in den Bildschirm schauen kann und entscheide, am nächsten Tag wieder weiterzumachen, ist der Rest der Gruppe immer noch im Element. Es scheint fast so, als würde es erst jetzt richtig losgehen.

Als ich Sonntagmorgens um halb neun wieder eintreffe, hat sich bis auf ein paar fehlende Bildschirme tatsächlich nichts verändert. Einige haben die ganze Nacht durchgearbeitet und scheinen immer noch keine Anzeichen von Müdigkeit zu zeigen. Erstaunlich… gibt es bereits eine Studie, ob Programmieren entspannender ist als Schlafen?

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Um halb 10 wird gemeinsam gefrühstückt und auch die letzten, die das Schlafen vorgezogen haben, oder wie ich noch nicht wissen, wie das „erholsame Programmieren“ funktioniert, treffen wieder ein. Sobald die Energiereserven wieder gefüllt sind, wird fleissig weiterprogrammiert und gearbeitet. Langsam geht es an den Feinschliff, der Ablauf wird festgelegt, ein Name für die App gesucht und die einzelnen Funktionen werden perfektioniert. Gegen Abend geht das ganze Projekt langsam in die Endphase, es werden schon die ersten Teile der App getestet. Einiges funktioniert bereits beinahe reibungslos, anderes muss noch verbessert werden. Nach dem Abendessen gilt es dann ernst. Jeder ist noch am Feinschliff, es wird immer noch nach Lösungen für kleinere Probleme gesucht. Gegen acht Uhr steigt dann die Spannung. Sämtliche Funktionen werden zusammengefügt, der Countdown zum Submit läuft. Mit einem Applaus an alle Teilnehmer ist der Hackathon dann beendet. Natürlich mit der Hoffnung, in einiger Zeit unser entwickeltes App erweitern zu können. Und jetzt um acht Uhr abends stelle ich auch erleichtert fest, dass Schlafen doch noch die bessere Entscheidung ist… man merkt einigen das Defizit nun definitiv an.

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Nach diesem Wochenende unter Programmierern, Informatikern, Hobbytüftlern und anderen engagierten Computerfreaks bin ich sehr überrascht, was so eine zusammengewürfelte Truppe in so kurzer Zeit zu Stande gebracht hat. Ihre Zusammenarbeit und Ihr Einsatz für dieses Projekt sind vorbildlich und die Energie, die von jedem aufgebracht wurde, beeindruckend. Jeder Einzelne war mit vollem Einsatz dabei, und bereits nach kurzer Zeit entstand ein sehr speditiv arbeitendes Team. Jeder half jedem aus und konnte seine persönlichen Stärken in das Projekt einbringen. So profitierten schlussendlich alle und jeder durfte wertvolle Erfahrungen aus diesem Projekt sammeln. Und nebenbei ist auf für mich immer noch unerklärliche Weise eine tolle, funktionierende und interessante App entstanden. Das Ausprobieren lohnt sich also auf jeden Fall.

Martina Kindle

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4 Kommentare zu “Perspektivenwechsel – Der Hackathon von der weiblichen Seite

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