IT Crowd Club Liechtenstein

Open-Source-Projekt bei der Oberschule Eschen

In den Landeszeitungen der letzten Wochen wurden Leserbriefe bezüglich eines Open-Source Projektes der Oberschule Eschen veröffentlicht. Grundsätzlich ein sehr interessantes Thema, auf erstaunliche Weise aber ein bisschen einseitig öffentlich diskutiert, sprich vorwiegend Leute mit wahrscheinlichem Linux-Background sprechen sich positiv über dieses Projekt aus. Im Liechtensteiner Blog von Peter Beck wurden die Leserbriefe dazu veröffentlicht und kommentiert. Gegenmeinungen z.B. von Microsoft-„Jünger“ gab es meines Wissens bisher noch keine, obwohl diese theoretisch in der Überzahl sein sollten.

Aus beruflicher Sicht bin ich klar Microsoft-lastig, grundsätzlich bin ich aber offen gegenüber Alternativen, sofern diese mich mit guten Argumenten und gesamtheitlich, darunter fällt auch eine langfristige Vollkostenrechnung, überzeugen können.

Zurück zum eigentlichen Thema. Wäre diese Leserbrief-Diskussion in den Zeitungen geblieben, hätte ich keine Meinung dazu abgegeben. Da die Diskussion jetzt aber auch auf meinungen.li weitergeführt werden kann, habe ich auch noch ein „kurzes“ Statement abgegeben. Die Plattform meinungen.li wurde gerade kürzlich von Jeffrey in seinem letzten Blogbeitrag erwähnt und ich unterstütze dabei Jeffrey in seiner Aussage, dass Diskussionen in und über Themen aus Liechtenstein hoffentlich mehr und mehr online und transparent getätigt werden.

Zum eigentlichen Thema verweise ich aber auf meinen meinungen.li Beitrag. Idealerweise wird das auch da weiter diskutiert, es darf aber natürlich auch gerne hier kommentiert werden. Der Vollständigkeit halber und zum Abschluss noch meine „eingereichte“ Meinung zum Titel-Thema als Kopie:

Zuerst: Ich bin für die Prüfung von Alternativen wie Linux etc. Aber ich bin nicht für ein Schwarz-Weiss Denken und sehe meine Meinung darum als kritischer Kommentar ohne Positionierung.

Linux versucht seit mindestens 10 Jahren den Durchbruch im Desktop-Umfeld zu schaffen, Marktanteil ist stand heute und je nach Quelle zwischen 1% und und 2.8%. Das man den Grund bei Microsoft sucht, die „nur“ durch ihre Monopol-Stellung und geschicktem Marketing den Vorsprung halten können, ist mir persönlich zu einfach argumentiert.

Apple hat es mit dem iPhone auch geschafft, langjährige, etablierte Marktführer wie Nokia und RIM innert kürzester Zeit vom Thron zu stossen.

Warum das Linux bisher im Desktop-Bereicht nicht geschafft hat, hat wahrscheinlich mehr Gründe als die bisher genannten. Das erwähnte Projekt LiMux ist für mich ein gutes Beispiel, wie man zwanghaft versucht zu bewiesen, dass es mit Linux geht. Ich will gar nicht zu stark auf dieses Beispiel eingehen, aber alleine die Heise-Kommentare zeigen, dass es zu einem Desktop-Arbeitsplatz mehr braucht also nur das OS.

Dass man ein 15jähriges Windows (Windows NT) immer noch als Vergleich hernimmt und bei der diesjährigen Kostengegenüberstellung hervorhebt, dass man alle 3-4 Jahre für Microsoft zahlen müsste, lässt mich an der Seriösität der Projektleitung zweifeln. Es fehlen mir einige Details, die für einen fairen Vergleich notwendig sind.

Wie Eingangs erwähnt bin ich grundsätzlich dafür, dass man Alternativen prüft. Nur sollte man das ganze fair vergleichen. Mir ist klar, dass ein Linux-Anhänger viel mehr über Linux weiss als über Windows. Und umgekehrt natürlich auch. Ich habe noch niemanden getroffen, der ein Spezialist auf beiden Gebieten ist und das macht eine faire Diskussion auch sehr schwierig bzw. fast schon unmöglich. Dann ist es ähnlich wie wenn ein Moslem und überzeugter Christ über die wahre Religion diskutieren. Am Ende gibt es nie einen Gewinner. Überzeugungen bleiben in der Regel bestehen.

Was ich sehr gut finde, ist der Versuch für Schulen so ein Projekt umzusetzen. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Erfolg möglich ist. Aber auch hier sind gewisse Risiken dabei (z.B. Klumpenrisiko wenn nur ein Spezialist versteht, wie das ganze aufgebaut ist).

Ein ähnliches Beispiel in die andere Richtung macht die Realschule Schaan vor. Auch hier meine Frage, wurden Alternativen wie Android Tablets geprüft?

Interessanterweise sind genau diese zwei IT-Schulprojekte vom Ansatz her sehr gegensätzlich. Für mich wäre es wünschenswert, wenn die Schulen zukünftig gemeinsam versuchen optimale IT-Lösungen zu erarbeiten.

Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt wie sich das OSE-Projekt in der Praxis bewährt und wünsche viele Erfolg bei der Realisierung!

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