IT Crowd Club Liechtenstein

Mit lisign digital unterschreiben?

Lisign ist ein von der Landesverwaltung herausgegebenes Produkt, welches schon seit Juni 2009 erhältlich aber (leider?) auch bis heute nur wenigen Personen/Unternehmen bekannt ist.

Willkommen im elektronischen Geschäftsverkehr… – So fing es mit dem ersten Flyer über lisign an. Lisign ermöglicht es dem Bürger Dokumente (z.b. Verträge) rechtsgültig (!), digital zu unterzeichnen und auf diesem Weg auch elektronisch mit der Landesverwaltung zu kommunizieren und deren Formulare digital zu unterschreiben.

Da ich persönlich viel auf ein papierloses Büro (wo immer möglich) setze, habe ich mir diese elektronische Signaturlösung genauer angeschaut und hatte die Möglichkeit mich mit der Fachstelle E-Government zusammenzusitzen und einige Fragen zu stellen.

Erhältlich ist das lisign-Paket mit Kartenleser, Software und Zertifikaten (qualifiziertes und fortgeschrittenes) mit einer Laufzeit von 5 Jahren für 33 CHF beim Ausländer- und Passamt. Für diese Prozedur sind ca. 15-20 Minuten einzurechnen.

Wenn man die aktuell teilweise noch fehlende Windows 8 Unterstützung (folgt laut OpenLimit SignCubes AG im ersten Quartal 2013) und die damit verbundenen Probleme weglässt, dauert die Installation der Software wenige Minuten. Das Handbuch zu der Signatur-Software von OpenLimit (CC Sign) ist mit 250 Seiten sehr umfangreich und überfordert wohl viele „PC-Normalbenutzer“.

Allerdings ist die Bedienung gar nicht so kompliziert, sobald man es einmal herausgefunden hat: Kartenleser mit dem PC verbinden, Identitätskarte einstecken, gewünschtes Dokument öffnen, Datei – Drucken und dort den „OPENLiMiT PDF Producer“ aufrufen. Daraufhin öffnet sich der SignCubes Viewer, worin man die Signatur mit einem Klick auf „Unterschreiben“ anfügen kann. Hier wird man aufgefordert den PIN am Kartenleser einzugeben. Zum Schluss das Dokument speichern und erledigt ist das Ganze.

Die Schwierigkeiten kommen meist erst dann, wenn der Gegenüber nichts mit einem signierten Dokument anfagen kann, was wohl aktuell noch in den meisten Fällen der Fall ist. Fehlt das entsprechende Adobe-Reader Plugin (kostenlos erhältlich), hilft nur die Online-Signaturprüfung der Landesverwaltung. Ich habe den ganzen Prozess mit verschiedenen Personen und Unternehmen ausprobiert. Fazit: Es sind jeweils einige Erklärungen nötig um aufzuzeigen, dass diese digitale Signatur rechtlich einer handschriftlichen Unterschrift gleichgesetzt ist. Teilweise wurden digital zugestellte Dokumente auch schlicht abgelehnt.

Kommuniziert man direkt mit der Landesverwaltung gestaltet sich das Ganze etwas einfacher. Die entsprechenden Webformulare werden wie gewohnt direkt im Browser ausgefüllt. Im letzten Schritt wird dann ein Java-Plugin gelanden, wo man zur Signierung via Kartenleser aufgefordert wird.

Damit der Artikel nicht noch länger wird, komme ich gleich zum Abschluss: Wie sieht die Zukunft von lisign aus? Die E-Government Fachstelle hat im letzten Newsletter angekündigt, die Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Webseite der Landesverwaltung weiter auszubauen. Finde ich super, allerdings sollte in meinen Augen auch an der geringen Verbreitung von lisign gearbeitet werden: Etwa (im Vergleich zu der klassischen Einreichung) kleinere Gebühren für digital eingereichte Formulare erheben. Auch ist es wichtig, dass jede Amtsstelle in der Verwaltung (wo rechtlich möglich) konsequent mitmacht und Ihre Dienstleistungen digital bereitstellt. Als Beispiel sei hier die Steuerverwaltung erwähnt – Warum die digital ausgefüllte Steuererklärung ausdrucken und per Post zurücksenden und nicht direkt digital zustellen?

Ich von meiner Seite werde lisign Privat möglichst oft verwenden, auch wenn als Antwort auf die digital signierten Dokumente oft zuerst drei Fragezeichen mit dem Hinweis auf eine benötigte handschriftliche Unterschrift zurückkommt und an dieser Stelle jeweils einige Erklärungen von meiner Seite nötig sind.

Auf diesem Weg wünsche ich Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und viel Erfolg und Gesundheit! Für Fragen rund um lisign stehe ich gerne zur Verfügung. Alles was ich nicht beantworten kann, leite ich sehr gerne an die E-Government Selle weiter.

2 Kommentare zu “Mit lisign digital unterschreiben?

  1. Peter Hürlimann

    Anregung an die lisign-Mannschaft: Eine Kompatibilität mit Mac OS X und Linux wäre für die Zukunft wünschenswert…

  2. Jeffrey Autor des Beitrags

    Das stimmt. Habe ich im Gespräch auch bereits erwähnt.

    Technisch ist es teilweise mit alternativen Produkten (Open Source, etc.) möglich, da zum grössten Teil definierte Standards zum Einsatz kommen, allerdings eignet sich das noch nicht für den Endbenutzer, der da wohl bei der Konfiguration scheitern würde.

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