IT Crowd Club Liechtenstein

Mehr Leistung bei der Telecom

Per 1. Oktober erhöht die Telecom Liechtenstein die Bandbreiten der einzelnen Internet-Angebote (ADSL2+, Powersurf und Connecta). Unter anderem positiv beeinflusst durch eine Facebook Gruppe zu diesem Thema. Zudem entfallen nun endlich die Volumenbegrenzungen bei den kleineren Angeboten. Das aktuell oberste Angebot bei ADSL2+ sowie Powersurf wird aufgelöst. Die genauen Zahlen können in Form einer Tabelle auf der Telecom Homepage nachgelesen werden.

Was – im Speziellen – die Upload-Geschwindigkeit angeht, kommt die Telecom Liechtenstein noch nicht an andere Anbieter aus D-A-CH heran. Dies merkt man dann, wenn man vermehrt Dienste aus der Cloud nutzt und so beispielsweise Bilder oder Backups regelmässig online speichert.

Als Beispiel ein Vergleich mit einem Angebot der UPC Cablecom in der Schweiz:

Powersurf advanced (Telecom Liechtenstein) – 16’000 / 1’000 (59 CHF / Monat)
Fiber Power internet 50 (UPC Cablecom) – bis 50’000 / 5’000 (60 CHF / Monat)

Laut Auskunft der Telecom Liechtenstein arbeitet man jedoch weiter daran die Angebote nach und nach zu verbessern. Diese Aktualisierung war auf jeden Fall schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung, aber meiner Meinung nach noch nicht ganz das Gelbe vom Ei!

12 Kommentare zu “Mehr Leistung bei der Telecom

  1. Marco

    Hi,
    Bin per Zufall auf diesen Artikel gestossen und möchte dazu ein paar Anmerkungen machen.

    Ich arbeite selbst seit einigen Jahre bei ADSL Providern in Liechtenstein und kenne darum die Situation sehr gut.

    In Liechtenstein wird aktuell nur ADSL2+ angeboten. Die ADSL2+ Technologie (ITU G.992.5) erreicht maximal 24Mbps downstream und 1.4Mbps upstream Bandbreite, dies aber auch nur, wenn die Kupferleitung (Telefonleitung) zur Ortszentrale sehr kurz (ca. 500-800m) und qualitativ gut ist. Dies ist nur in wenigen Teilen Liechtensteins der Fall. Es gibt zwar noch einen AnnexM von ADSL2+, der upstream Bandbreiten von bis zu 3Mbps zulassen würde, jedoch wird dieser nur von sehr wenigen ADSL Endgeräten unterstützt und die Bandbreiten sind natürlich ebenfalls von der Leitungsqualität abhängig.

    ADSL Benutzer die aktuell ein 9000er Angebot geniessen, werden automatisch Anfangs Oktober auf ein 22000er Produkt (22000/1500) umgestellt. Die Benutzer sind selber dafür verantwortlich zu überprüfen, ob die Bandbreite wirklich erreicht wird. Laut Telecom Liechtenstein besteht kein Anspruch auf die Bandbreiten, falls diese nicht erreicht werden können, was wie gesagt in vielen Fällen so sein wird. Der Kunde kann dann auf ein nächst kleineres Produkt wechseln und hätte so wenigstens eine Vergünstigung.

    Meiner Meinung nach, müsste die Kommunikation der Telecom transparenter sein (wie z.B. bei Newsnet, http://nisag.li/banbreiten-upgrade.php), da das Ganze doch ein bisschen eine „Mogelpackung“ ist.

    Zum Powersurf Angebot (über TV Kabel) kann ich nicht viel sagen, hier könnte das Bandbreiten Upgrade technisch besser funktionieren, bei dieser Technologie teilen sich jedoch sehr viele Kunden ein und dasselbe Kabel und Bandbreiten sind somit ebenfalls nie garantiert.

    1. Jeffrey

      Vielen Dank für deine Aufklärung! Habe die Information bezüglich der Abhängigkeit mit der Distanz zwischen Kunde und Verteiler auch schon von der Telecom erhalten.

      Nur wäre hier natürlich interessant zu wissen, wo denn überall solche Ortszentralen platziert sind. Gibt es hier eine Karte mit einer Übersicht?

  2. Marco

    In der Regel gibt es eine oder mehrere solche „Zentralen“ in den Gemeinden. Die LKW baut selber und auf Anfrage von Internet Access Providern (z.B. li-life, newsnet, Telecom, usw.) natürlich auch neue Lokationen aus, um näher am Endkunden zu sein. In diesen können sich dann Provider einmieten und Equipment für ADSL, VDSL und Glasfaser Anbindungen betreiben.

    Die Standorte will ich jetzt nicht auflisten und kenne auch nicht alle mit Adresse auswendig, aber meistens liegen diese aus Sicht des Kabelnetzes der LKW sehr zentral, das kann z.B. in einem Postgebäude sein. In einigen Gemeinden sind es auch die guten, alten Telefonzentralen aus der Swisscom Zeit. Bei ADSL über die Telefonleitung (Shared Access) ist in der Regel auch die Telefonanlage für das Festnetz (ISDN / POTS) in derselben Lokation wie die ADSL DSLAMs.

    „Shared Access“ bedeutet, dass die Kupferleitung für Telefon und ADSL gleichzeitig verwendet wird. Ein Telefonanschluss ist jedoch nicht nötig für einen ADSL Anschluss, ausser bei der Telecom (Verkaufs-Strategie). Andere Provider bieten ADSL auch ohne Telefonanschluss an.

    Zum Verständnis: Die LKW betreiben das Kupfer (Telefon / Daten Kupfer) und das Glasfaser Netz in Liechtenstein, also den „Layer 1“. Andere Provider wie newsnet, li-life, telecom, usw. mieten dann Kupferleitungen von den LKW und bieten so Dienste wie Telefon, Internet und Punkt-zu-Punkt Verbindungen (Layer 2 / Layer 3) an End-Kunden an. Historisch bedingt hat die Telecom einige „Sonderrechte“ auf dem LKW Netz, auch da sie den Auftrag zur Grundversorgung (Telefon Festnetz) vom Land haben. Im Grundsatz sind die Zuständigkeiten zwischen LKW und den Providern jedoch sauber geregelt!

    Allgemein möchte ich noch anmerken, dass das Preis / Leistungsverhältnis in Liechtenstein nicht schlecht ist und auch im Vergleich zur Schweiz, eigentlich ganz okay. In ca. 90% von Liechtenstein bekommen wir überall Bandbreiten bis 8Mbps und mehr mit ADSL2+, das ist in der Schweiz überhaupt nicht der Fall, sobald man ausserhalb von Städten wohnt. Wenn man in der Schweiz auf dem Land 4Mbps Downstream über ADSL bekommt, kann man sich echt glücklich schätzen.

  3. Chanti

    Hallo Marco

    Was die DSL-Technologien betrifft kennst du dich wirklich super aus, aber deine letzte Aussage ist leider nicht korrekt. Wir haben das in unserer Facebookgruppe recht schön nachgerechnet und wenn du die Leistungen von Up und Downstream ins Verhältnis setzt zu dem was du zahlst ist das Liechtenstein bei hohen Bandbreiten nicht nur ein bisschen teurer sondern extrem teuer. Es geht soweit, das man die Angebote nicht einmal mehr vergleichen kann als Beispiel UPC Cablecomm und Telecom. Da die schnellsten Angebote jeweils liegen leider Lichtjahre auseinander.
    Die Schweiz ist in Europa das einzige Land, das eine Internetverbindung als Grundversorgung abdeckt. Bestell doch bitte mal hier im Liechtenstein einen Telefon UND Internetanschluss irgendwo ganz abgelegen im Malbun. Du wirst beides nicht erhalten. In der Schweiz kriegst du auf 3000m über Meer deinen Anschluss und zwar inkl. Internet!
    Was die 4Mbps betrifft auf dem Land, auch da kann ich dir nicht wirklich recht geben. Es ist so, das in der Schweiz kein Geld mehr für ADSL und VDSL investiert wird als Neubauten von den grossen Anbietern. Das heisst, das bestehende Zentralen die zur Zeit nur ADSL haben kein VDSL mehr erhalten. Aber trotzdem sind sehr viele Orte schon längst ausgebaut und haben VDSL im Angebot was dann eine Mindestgeschwindigkeit gibt von 8000Mbps (über eine Distanz von 2km) ergibt. Sonst hast du regional viele Anbieter, die dir zum Teil auch sehr gute Angebote machen können.
    Was in der Schweiz aber schon lange passiert: Cablex (Instandhalterin der Kupferkabel in der Schweiz) verlegt in alle Neubauten Kupfer und Glas. Es wird also schon seit Jahren der Grundstein gelegt für schnelles Internet in der ganzen Schweiz! Diese sogenante letzte Meile wird nicht nur in den Städten ausgebaut sondern genauso auf dem Land. Damit sich der Aufwand für alle ein wenig ver/aufteilt wurden zwischen Anbietern und Städten Verträge geschlossen für den Ausbau des Glasfasernetztes z.B. die Stadt St. Gallen mit Swisscom das in der Stadt sämtliche Haushalte bis 2014 mit Gals versorgt sind. Leider aber wurde erst kürzlich eine Kartelverabredung von der WEKO festgestellt. In der Schweiz wird also der Ausbau einfach gestoppt vom Bund.
    Hier im Liechtenstein kann ich keine einzige der Anstregungen feststellen, die in der Schweiz getätigt werden. Hier heisst es immer nur, wir haben zu wenig Kunden, so das wir nicht das gleiche Bieten können. Letztjähriger Geschäftsbericht der Telecom zeigt aber, das andere Firmen eingekauft werden können. Die LKW scheint sich ganz raus zu halten und immer möglichst aus der Schussbahn zu stehen.
    Ich wünsche mir soviel Aktivität wie in der Schweiz, der unfassbare Konkurenzkampf zwischen Kupfer und Kabel, die unheimlich hohen Uploadgeschwindigkeiten die Möglich sind, die Unglaublichen Ausbauten im Netz für ein schnelles Internet…

    1. Res

      Ein Kollege von mir hat gerade vor einer Woche einen solchen tollen und billigen Cablecom-Anschluss installiert: Anstatt 50/5 gingen in Wirklichkeit nur 20/3 durch (und das am Nachmittag!)

      PS: Aus zuverlässiger Quelle weiss ich, dass du im Malbun nahezu überall Telefon und Internet mit 22Mbps erhältst – das ist doch nicht schlecht?
      Sogar oben in Masescha erhalte man noch ein X-faches an Bandbreite als ein Grossteil der Leute in Deutschland auf dem Land erhalten (Die müssen sich noch per ISDN einwählen…)

  4. Marco

    Okay, danke für die Aufklärung deinerseits, den Schweizer Markt kenne ich nicht so gut. Ich sehe die Preise jedoch im Vergleich zur Schweiz etwas anders, weil ich weiss, wie schwierig es ist, in Technologien und Ausbauten zu investieren, wenn der Markt so klein und leider schon gesättigt ist (Kundenanzahl, nicht Bandbreite). Ausserdem wollen Kunden verständlicherweise ja weniger bezahlen und mehr bekommen, das macht es auch nicht einfacher.

    Ich denke aber proportional zur Grösse Liechtensteins gesehen, kann man sagen, dass in etwa gleich viel für den Ausbau der Infrastruktur getan wird. In Liechtenstein sind die ersten Gebiete bereits seit Monaten vollständig mit Glasfaser erschlossen. z.B. das Quartier Flux in Eschen. Jedoch wurde auch bei uns auf Regierungsebene der Ausbau vorerst gestoppt, da das Zusammenspiel / die Trennung von Providern und der LKW noch nicht geklärt werden konnte. Das ist auch seher wichtig, damit es nicht wieder Monopolstellungen wie früher mit der Telecom und ADSL gibt.

    Zur Abdeckung in der Schweiz: Ich kenne persönlich Fälle, in denen es auf dem Land heute noch keine Bandbreiten über 4Mbps via ADSL gibt. Verkauft wird natürlich für die ganze Schweiz, ob grosse oder regionale Anbieter. Die Telecom verkauft ja auch 22Mbps ADSL, obwohl es in vielen Fällen nicht funktionieren wird. Solange der Kunde es nicht weiss und 22Mbps zahlt, hat er ja „offiziell“ auch den Anschluss. Das ist in der Schweiz nicht viel anders.

    Aber ich gebe dir recht, dass die Abdeckung verhältnismässig besser ist als in Liechtenstein. Dies hat damit zu tun, dass der Markt einfach grösser ist und sich Investitionen lohnen und schneller amortisieren lassen. Ausserdem ist der Wettbewerb einfach grösser, wiederum weil der Markt und damit die potentielle Kundenanzahl viel grösser ist. Das drückt natürlich ständig die Preise.

    Es hat nicht nur Vorteile, in einer kleinen Steueroase zu leben. Ich denke, man sollte sich nicht darüber aufregen, wenn man hier ein paar Franken mehr bezahlt und 10-20Mbps Anschlüsse bekommt, die verlässlich funktionieren. Ich denke es gäbe viele Schweizer, die es gerne in Kauf nehmen, ein paar Franken mehr für Internet zu bezahlen, wenn sie dafür in Liechtenstein leben könnten (aus finanzieller Sicht). Und sind wir ehrlich, wer braucht heute einen Internetanschluss mit mehr als 20Mbps Downstream? Es gibt aktuell für die Privatnutzer so gut wie gar keinen Internetdienst, der Daten schneller liefern wird.

    Natürlich sind die Upstream Geschwindigkeiten ein Problem, für die heutigen Medien und „Cloud“-Geschichten. Das wird sich vermutlich erst mit FTTH / FTTB wirklich ändern bei uns. Auch mit den neuen ADSL2+ Angeboten in Liechtenstein sind leider kein Upload Geschwindigkeiten von 1500Kbps und mehr möglich, nicht einmal wenn das Modem direkt in der Zentrale stehen würde :-).

    Grüsse
    Marco

    1. Jeffrey

      Das „Problem“ ist ja heute, dass man im Haushalt nicht nur ein Gerät am Internet hat, sondern, dass gleichzeitig verschiedene Geräte wie etwa Computer, Smartphones sowie Multimedia-Geräte daran hangen.

      Und wenn dann verschiedene Familienmitglieder gleichzeitig surfen, merkt man das dann schon ob es jetzt 20Mbps oder mehr sind. Sowieso, wenn man noch die Poweruser einschliesst, die auch mal grössere Dateien aus dem Internet herunterladen.

      Zumindest der Upload macht sich auf alle Fälle bemerkbar, wie du das auch schon geschrieben hast. Bin selber in vielen Bereichen ein Cloud-User und stosse da tagtäglich an die Grenzen der Uploadgeschwindigkeit.

  5. Felipe

    Hab mich informiert beim technischen Dienst der Telecom. Bei mir sind aufgrund der geringen Distanz zur Telefonzentrale die ganzen 22 Mbps möglich. Freuuuuu!

  6. Klaus Thams

    Also Cablecom kann ich – als Kunde – nur abraten. Der Service ist nicht wirklich hilfreich und nicht kompetent. Das macht das Arbeiten mit Cablecom schon einmal unangenehm. Hinzu kommen die starken Schwankungen in den Datentransferraten. Ich habe ein Fibre 100 und bekomme aber maximal 14 Mbit/s. Das liegt daran, dass die gesamte Überbauung an die Cablecom angeschlossen ist und hier etwa 300 Haushalte an einem Fernsehkabel hängen. Klar, wenn alle abends heimkommen, dass fast nichts mehr geht. Daher habe ich Cablecom nach einem Jahr nun gekündigt und nehme wieder Swisscom. Ist teuerer aber dafür habe ich auch mit VDSL immer die zugesicherte Geschwindigkeit.

  7. Marco

    Das entspricht dem, was ich von Cablecom kenne, betreffend Support. Für die Sache mit den Schwankungen der Bandbreite kann Cablecom nichts. Das ist technisch zu begründen und nicht wirklich anders lösbar. CMTS / Kabel Internet ist eine Art Bus Netzwerk, in dem alle Teilnehmer auf dem selben Kabel hängen. Da teilen sich viele 100erte die maximale Bandbreite des Coax-Kabels. Kabel Internet ist ein „billig“ Internet Zugang und nie mit ADSL, VDSL, SDSL, usw. vergleichbar, wo jeder eigenes Kupfer bis zur Zentrale hat. Das muss jedem klar sein, der sich einen Kabel Anschluss anschafft.

  8. Jeffrey

    Seit heute Nacht sind die neuen Bandbreiten nun also verfügbar. Habe hier gerade mal einen Speedtest gemacht. Bei mir bekomme ich die im Angebot versprochene Bandbreite komplett.

    Powersurf advanced: 16’000 Download sowie 1’000 Upload

  9. CruSherFL

    Interessante Diskussion da oben. Nun verstehe ich ja schon eher die Situation mit Liechtenstein und der langsamer Geschwindigkeit. Das hätten die Provider doch irgendwie früher sagen können.

    Habe seit gut 2 Wochen die neuen Bandbreiten und muss sagen, es ist einfach angenehmer. Endlich kann ich Youtube Videos in 1080p schauen, ohne dass ich mind. die hälfte Buffern lassen müsste. Jedoch lässt der Upload noch immer zu wünschen übrig.

    Habe auch mal mit meinem ISP telefoniert und der meinte, mit ~800m Entfernung zum Knotenpunkt wären bei mir 20mbits drin.

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