IT Crowd Club Liechtenstein

Internet-Zukunftstag Liechtenstein

Am Donnerstag, 10. Mai 2012 war es soweit; der zweite Internet-Zukunftstag Liechtenstein hat am Nachmittag um 13:30 Uhr seine Tore geöffnet. Ein Event, das ich mir nicht entgehen lassen wollte, unter anderem auch, um neue und bekannte Personen für den Verein, aber auch beruflich zu treffen.

Und in der Tat, es waren viele Besucher dabei, die man kannte. Bei unserer Grösse (bzw. Kleinheit) des Landes auch kein Wunder ;-) Das Wetter hat dabei einen ersten Vorgeschmack auf den Sommer 2012 gebracht, mit stolzen 30 Grad! Gut war der Saal mit den Präsentationen klimatisiert. Für meinen Geschmack ein bisschen zu stark, aber allen kann man es sowieso nie recht machen.

Neben den Vorträgen waren auch einige bekannte Liechtensteiner IT-Firmen als Aussteller vertreten. Das Ganze war sehr übersichtlich und hat genug Möglichkeiten geboten, sich mit verschiedenen Leuten auszutauschen.

Bevor die Vorträge losgingen, wurde ich bereits von ein paar Personen angesprochen, ob ich einen Blog über den Event schreibe. Und so ist es… Ich versuche möglichst alle von mir besuchten Events im itcc.li-Blog zu verewigen. Interessanterweise wurde ich auf meinen Artikel „Social Media im Gastgewerbe“ am meisten angesprochen. Und noch passender war dann aber auch, dass 2 von 4 Vorträgen über den jetzigen und zukünftigen Einsatz von Social Media im Business Bereich handelten.

Der interessanteste Vortrag war für mich der Beitrag von Monica Glisenti (Leiterin Corporate Communications Migros). Nicht weil sie manchmal wild zwischen ihren Folien wechselte, oder auch nicht weil der Moderator ihr beim Schlussspurt mehr oder weniger elegant das Mikrofon „entriss“. Ok, das war witzig ;-) Im Vortrag ging es vor allem um die Erfolge von Migros rund um Social Media. Migros scheint tatsächlich eine Vorreiterrolle zu spielen und nutzt Facebook z.B. erfolgreich um Produkte (wieder)-einzuführen oder abzuändern. Die PET-Flasche vom Migros-Ice-Tea wurde z.B. von den Kunden via Facebook verlangt. Und schwups wurde der Vorschlag eingereicht und tatsächlich umgesetzt. Weiteres Detail am Rande: Migros hat vier Mitarbeiter, welche sich ausschliesslich (!!) um Social Media kümmern. Der Erfolg (sprich höherer Umsatz bei involvierten Produkten) gibt ihnen nach eigenen Aussagen recht.

So stelle ich mir das heute vor und dies sollte eigentlich schon längst State-of-the-Art von jeder Firma sein, welche eine gewisse Anzahl Kundschaft hat. Hier im Ländle leider noch viel zu wenig verbreitet. Ich kenne viele Unternehmen, die bereits eine aktive Rolle in Social Media spielen. Darunter sind auch kleinere Startups, welche aber unter anderem durch Social Media ihre Produkte stetig aufgrund von Kundenfeedback anpassen. Und das kommt zumindest bei den mir bekannten Beispielen sehr gut bei den Kunden an.

Eine Aussage des ersten Referates kann ich unterschreiben. Und zwar kam diese von Ralf Ressmann –> Folien-Zitat: „Mehr Inhalt und Kundenbedürfnisse als Technik“. Ich höre und sehe das immer wieder, dass man bei der fast schon zwanghaften Suche nach Erfolg vielfach bei der Technik hängen bleibt, bevor man sich die Frage stellt, für was und für wen?? Aber ich denke, die Unternehmen, die nur neue IT-Trends mitmachen nach dem Motto „because we can“ werden bald merken, dass man zuerst mal den Kunden fragen soll, was er denn überhaupt will und nützlich findet. Und das nennt man dann „Social Media 2.0“, der Austausch mit dem Kunden und nicht nur die zufällige Nutzung von Facebook, Xing, App’s etc..

Eine weitere interessante Neuigkeit war der Beitrag von Oliver Müller „Digitalisierung von Geschäftsprozessen„. Leider kam da eine Information meiner Meinung nicht ganz so klar rüber. Aber da ich mit einem IT-Mitarbeiter der Post schon über das selbe Thema (und ihre Pläne) diskutiert habe, konnte ich mir bereits einiges darunter vorstellen. Und es geht genau in die Richtung, welche ich heute schon gerne hätte. Das ganze unter ihrem Paket „eSolutions“. Kleines Beispiel: Zukünftig soll ein Bürger von Liechtenstein bequem z.B. via App vorab entscheiden, ob einzelne Briefe physisch oder elektronisch zugestellt, oder gleich geshreddert werden sollen (Briefoberfläche wird dabei vorab gescannt und als Bild verschickt). Würde mir zu Hause viel Altpapier ersparen. Weiter (von mir) gedacht wäre es dann spannend, wenn z.B. die Werbe-Versender eine Statistik erhalten, wieviel Werbung effektiv vor der Endzustellung bereits bei der Poststelle vernichtet werden. Wenn diese dann merken, dass 80% bereits vorher alles shreddern, überlegen diese sich vielleicht auch mal, ob sich diese Werbeform wirklich lohnt.

Es gibt noch viele weitere Ideen von der Post, aber auch von mir und ich bin gespannt, ob die Post hier Vorreiter spielen wird und die IT-Zukunft unserer Landes aktiv mitgestalten kann. Ich kann solche Vorhaben auf jeden Fall nur unterstützen!

Nach all diesen Vorträgen und den Zwischenpausen (um den ePark zu besichtigen) gab es am Ende einen (sehr leckeren) Apéro. Leider konnte ich aus terminlichen Gründen (Kino-Abend am schönsten Tag des bisherigen Jahres *hmpf*) nicht lange verweilen, aber das hole ich dann das nächste Jahr nach. *off-topic* –> Zumindest war der besuchte Kinofilm „Avengers“ im IMAX 3D wirklich top. Vor allem Hulk ist für mich ab sofort legendär ;-)

Und als Abschluss: Was denkt ihr, was wird uns die Zukunft (nächsten 5 Jahre) noch alles bringen? Oder auch anders gefragt, was vermisst ihr, was eventuell andere Länder oder Unternehmen bereits haben oder einsetzen?

PS: Wenn die Präsentationen veröffentlicht werden, werde ich diese hier natürlich verlinken!  Auch sonstiger Input und Feedback zur Veranstaltung ist natürlich gerne gesehen :-)

Update: Ich habe heute gerade erfahren, dass zwei Präsentationen online sind. Und zwar von Monica Glisenti (Migros) und Dr. Oliver Müller (Uni.li). Sie sind im Artikel verlinkt.

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