IT Crowd Club Liechtenstein

Datenschutztag 2015: Internet der Dinge

Am Donnerstag, 29. Januar fand der 9. Datenschutztag statt. Dieses Jahr mit dem Thema „Internet der Dinge“, welches ich persönlich sehr spannend finde! Auch wir, bzw. Jeffrey in Person, durfte wieder einen kleinen Beitrag leisten in Form der interaktiven Umfrage mit Fragen zum Thema.

Hauptreferent war Jürgen Hartung, Rechtsanwalt bei Oppenhof & Partner mit Schwerpunkt Datenschutz. Zuerst gab es eine Einführung was man unter „Internet der Dinge“ versteht. Das hat er bildlich sehr gut mit einem beispielhaften typischen Tag in der nahen Zukunft aufgezeigt. Hat mich sehr an den Blogbeitrag „Ein typischer Tag im 2015“ von Fabio vom Juli 2013 (!!) erinnert. Aber auch die anderen Beispiele haben mich teils an mein eigenes Smarthome erinnert, über das ich vielleicht jetzt doch einmal einen eigenen Blogbeitrag schreibe, da das Thema langsam massentauglich ist ;-)

Eine gute Zusammenfassung des Abends gibt es auf der Website der Datenschutzstelle Liechtenstein. Meine Meinung zum Thema hat sich nach diesem Abend nicht gross verändert. Die rechtlichen Fragen bleiben die grosse Unbekannte. Wer darf was mit meinen Daten machen. Klassisches Beispiel war ein neues Auto, das sämtliche denkbaren Fahrdaten aufzeichnet und automatisch an den Hersteller liefert (für Wartungsdienste). Was passiert aber bei einem Unfall? Darf die Polizei, Versicherung und Hersteller die Daten automatisch verwenden um den Unfallhergang zu rekonstruieren? Wer stellt sicher, dass der Hersteller keine Daten manipuliert, wenn die Ursache ein Versagen der Elektronik war? Unzählige Fragen, die Stand heute scheinbar noch nicht geklärt sind.

Ein Ansatz dieses Problem zu lösen könnte sein, sicherzustellen dass keine zu genauen Daten übertragen und diese teil-anonymisiert werden, so dass sie gerade noch genau genug sind, den angedachten Nutzen zu unterstützen. Da bin ich aber gespannt ob so was in der Praxis durchsetzbar ist. Aktuell will jeder Hersteller möglichst viele und genaue Daten sammeln, ohne dass man genau weiss, was man dann damit machen könnte. Das kommt dann irgendwann später. Und das ist genau der datenschutzrechtlich problematische Teil.

Was aber klar ist, Internet der Dinge steht erst ganz am Anfang. Vor 2 Jahren beim Fujitsu Forum 2013 in München war es bereits das Hauptthema. Der CTO von Fujtsu brachte wirklich spannende Beispiele. Zum Beispiel Glühbirnen, die untereinander und mit dem Haus automatisch kommunizieren. Und wenn der Hausherr beim Bauhaus in der Nähe ist, erhält er vom Haus die Info, dass 2 Glühbirnen kurz vor dem kaputtgehen sind und man besser jetzt schon Reserve einkauft. Oder anderes Szenario: Die Grosseltern wohnen ein wenig abseits. Die Glühbirnen und alles was im Haus miteinander verbunden sind, kennen das typische Bewegungsprofil der Grosseltern. Wann geht wo zum Beispiel dass Licht an. Wenn jetzt auf einmal für ein paar Stunden keine Bewegung war zu einem Zeitpunkt, wo in der Küche normalerweise Licht brennt, dann wird automatisch eine Warnung an ausgewählte Verwandte geschickt, man soll doch mal nachsehen oder fragen, falls was passiert wäre.

Und solche technische Schmankerl sind gar nicht mehr so weit entfernt. Dieser Markt mit intelligenten sich vernetzten Glühbirnen startet gerade erst durch!

Aber neben all den spannenden Vorteilen und Komfortfunktionen hat es auch immer die dazugehörenden Risiken. Mit genug krimineller Energie und dazugehörenden Wissen und Resourcen gibt es wieder unzählig neue Wege daraus Kapital zu schlagen. Da sind wieder unsere Security-Experten gefordert, das in diesen neuen IT-Bereichen früh genug über Sicherheits-Mechanismen nachgedacht.

Was denkt ihr zu diesem Thema? Ist diese Entwicklung eher positiv zu betrachten oder überwiegen die Sorgen bezüglich Datenschutz und Cyberkriminalität?

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